Das uns Ausmachende / Rundbrief 27.03.2023
Einzig der Umstand, dass der Mensch zur Selbsterkenntnis kommt, kann diese Welt verändern, retten und heilen. Keine politische Partei ist dazu in der Lage, auch wenn wir es uns noch so sehr wünschen. Politik kann, ist sie gut, nur Pflaster verteilen auf die Wunden der Welt. Wir sind seit Jahrhunderten selbst aufgerufen, unseren innersten Wesenskern, das, was uns (aus-) macht, freizulegen. Stünde diese Aufgabe im Mittelpunkt unseres Lebensinteresses - sie tut es nicht -, hätte diese Welt eine echte Chance.
Ich hätte diese Zeilen vor 20, 10 oder 5 Jahren so noch nicht schreiben können. Denn ich durchstieg im Gerüst meines Karmas, das ist das uns Beigegebene qua Geburt (und Erziehung), aber nicht das uns Ausmachende, ohne Ruhe und oft auch ungewiss die Angebote des äußeren Lebens, die mir immerhin bedeutend schienen, mich mir selbst zu entblättern. Die Unruhe der jungen Jahre ist ein Zeichen des Abstandes des Menschen von sich selbst. Wird die Unruhe nicht eingelöst, geht sie in eine dauerhafte Krise über.
Überwindet der Mensch diesen Abstand und kann er ins Quellhafte einsehen, so wird er ruhig, beginnt zu atmen, zu schauen und zu hören. Er bewegt nicht mehr selbst die Dinge des Lebens, er lässt Bewegung durch sich hindurch, wie ein Wind durch einen Baum fährt. Er ist sozusagen eine offene Tür, die jeden hereinlässt, aber auch hinaus. Was ich immer suchte: Eine echte, unabhängige Lösung des Menschheitsproblems. Sie ist unbedingt individuell, aber notwendig an der guten Quelle allen Lebens orientiert.