unser Auftrag / Rundbrief 01.05.2023
Sich dem Spirituellen zu öffnen, bedeutet, sich selbst in eine Beziehung zu setzen: Wir begreifen uns selbst nicht nur auf uns selbst hin oder nur von uns selbst her. Wir begreifen uns spirituell als Teil von etwas Größerem und erfahren sogar von dorther den Auftrag zu unserem Leben. Beziehung ist Verbindung, eine, die das Herz weitet und welche Sinn und echte, anhaltende Bedeutung stiftet. Spiritualität ist ein Aufbrechen des Individuums, das gleichsam heilsame Prozesse in Gang setzt. Atem wird kosmisch.
Dem Aufbruch ins Leben stehen heftige Hindernisse im Wege. Wir wollen an uns festhalten, an dem, was wir aufgrund unserer Biographie offensichtlich geworden sind. Wir sind Sohn und Tochter dieser Eltern, haben dieses und jenes Alter, haben uns einst entschieden zu einem Beruf - und so sind wir Unbewegliche, die vom größeren Atem nicht erfasst werden. Was ist unsere wahre Quelle jenseits der Fakten? Es reicht nicht, in die Landschaft zu schauen und sie schön zu finden. Wir müssten diese Landschaft sein.
Das materielle 20. Jahrhundert ist vorbei (!) und der Mensch ringt im 21. um den Übergang, die Passage - und ein Prophet meint, das 22. Jahrhundert wird das eigentlich interessante sein, wenn alle Lebensvorgänge durchgeistet sind und größeren Atem verheißen als den der Kontrolle und der Angst. Wir sind heute Vorarbeiter für eine nachfolgende, glückliche Generation, wo wir den Aufbruch in uns bereiten. Wir haben einen Auftrag, der unser eigenes Leben übersteigt und zugleich vollständig meint.